Wenn
16 eine Reise tun.
Göteborg, wir kommen.
Jahrelang diskutiert. Immer wieder Anläufe. Energisches Nachfassen
unseres Freundes Jaak. Und es wurde Wirklichkeit: Der Hefaclub hat
sich entschieden die Strapazen einer Nordlandreise auf sich zu nehmen.
Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich unser "junges" Mitglied Marijan
heftig dafür eingesetzt hat. Flüge ausfindig zu machen, zu buchen
und das Geld zu sammeln. Wer den Hefaclub kennt weiß, dass das nicht
so einfach ist.
Aber dann ist es soweit. Ein flugängstlicher, Edi und zu seiner
Begleitung Manne, machen sich bereits am 26.07. auf den Weg. Per
Auto über Oldenburg bzw. Gremersdorf, Übernachtung im Hotel "Zum
grünen Jäger". Am nächsten Tag weiter über Putgarden, Rödby und
Kopenhagen, Öresundbrücke nach Göteborg.
Der Rest der Mannschaft trifft sich zur beschwerlichen Anreise
nach Hahn in Plieningen und trotzt der heißen Witterung auf einer
ca. 3-stündigen Fahrt. Wir kommen alle in den Genuss des sparsamen
Services von Ryanair, der seinen vorläufigen Höhepunkt beim Gepäckabhol-Clinch
auf dem Göteborger Flughafen erreicht: Jeder Passagier darf sein
Gepäck selbst vom Gepäckwagen runterzerren, falls er dran kommt.
Die meisten werden durch das komfortable Ambiente ihres Radisson-Hotels
entschädigt, in der Innenstadt Göteborgs. Drei Kameraden ziehen
eine gegenüber liegende Jugendherberge, die sich als Hotel ausgibt,
vor. Allein Edi hat sich vorab die Gastfreundschaft Jaaks gesichert
und trohnt hoch über den Dächern Göteborgs im gemütlichen Penthouse
des Gastgebers. Ein leckeres Abendessen im Restaurant Lipps, das
bequem bei einem Bummel durch die Innenstadt erreicht wird, bildet
den Höhepunkt dieses Tages. Dass einige Kameraden die Abrechnungsmodalitäten
hinterher, als kurzweiliges Abendunterhaltungsprogramm empfunden
Haben sollen, ist allerdings ein Gerücht.
Aber wir sind ja nicht zum Vergnügen hier. Daher geht es am nächsten
Morgen, bereits um 10:00 mit einer rund 2-stündigen Stadtrundfahrt
weiter. Das Schöne daran: sie findet per Boot statt und die Erklärungen
werden in perfektem Deutsch geliefert. Geschmälert wird der Spaß
am Morgen durch die leidige Tatsache, dass durstige Schweden offensichtlich
Edis Biervorräte im Auto entdeckten und sich dieser, durch Einschlagen
der Scheibe, bemächtigt hatten. (So viel Aufwand für 2x24 Dosen
deutsches Bier!) Bei einem Besuch in der Fischmarkthalle spülen
wir den Ärger runter und lassen uns mit kiloweise Krabben verköstigen.
Genug des Vergnügens, der Nachmittag ist für den eigentlichen Grund
der Reise reserviert: Fußballländerspiel: Schweden : Deutschland.
Bevor die Fußballstiefel geschnürt werden, dürfen sich die Golfer
austoben. Aber dann ist es soweit, auf den Gelände von Gais Göteborg,
ein Verein der ersten Liga, treffen die Giganten aufeinander. Unter
der Leitung von Teammanager und Trainer Manne Wagner tritt die Mannschaft
in folgender Besetzung an. Tor: Edi/Hubert, Verteidigung: Martin,
Didi, Mittelfeld: Emil, Wolfi, Klaus, Marijan, Sturm: Wolfgang 3,
Thomas, Werner/Bruno.
Anstoß: 17:30, nach 8 Minuten steht es 4:0 für Schweden. Deutschland
zollt den Reisestrapazen und dem ungewohnte Platz Tribut. Ein Torwartwechsel,
Edi räumt entnervt für Hubert seinen Platz, bringt zeitweise die
erhoffte Wende. Zur Halbzeit ein erträgliches 5:1. In die zweite
Halbzeit geht Deutschland zuversichtlich. Aber leider hat sich der
Hoffnungsträger Wolfgang 3 eine Knieverletzung zugezogen. Es mangelt
an Durchschlagskraft und teilweise auch an der Technik.
Die wird auf Schwedens Seite deutlich demonstriert. Vor allem durch
einen ehemaligen A-Nationalspieler, der seine Gegner schwindlig
spielt. Trotzdem erzielen wir ein respektables Endresultat: mit
11:6 trennen sich die Mannschaften. Bei einer zünftigen schwedischen
Jause wird auf die deutsch-schwedische Kameradschaft angestoßen.
Nette Gespräche und inhaltsschwere Tischreden begleiten den Abend.
Wer jetzt noch nicht genug hatte stürzte sich in Göteborgs Nachtleben.
Kaum zu glauben, dass sich hier einige bei Rockn`Roll und sonstigen
Tänzen wieder auf ihre unglaubliche Kondition verlassen konnten.
Möglicherweise Dank des schwedischen Frauenüberschusses, der offensichtlich
hoch motivierte. Beim Night-Cup an der Radisson-Bar konnten tatsächliche-
und Fast-Eroberungen ausgiebig diskutiert werden.
Der Samstag ist der Insel Marstrand gewidmet. Morgens um 9:30 startet
das Boot zur 3-stündigen Anfahrt auf die legendäre Ausflugsinsel
der Göteborger. Bei traumhaftem Wetter genießen wir die Fahrt durch
die wunderschöne Schärenlandschaft. Was uns erwartet ist eine Bilderbuchinsel.
So hatten wir uns Astrid Lindgrens Schweden immer vorgestellt. Ferienhäuser
aus Holz im Zuckerbäckerstil, unzählige Segelboote, kein Wunder
es gab ja eine Regatta. Und das Meer war sogar noch so warm, dass
einige der Versuchung hinein zu springen nicht widerstehen konnten.
Mit leckeren Krabben oder sonstigen Fischköstlichkeiten wurde der
Appetit gestillt. Aber auch Kaffee und Kuchen kamen nicht zu kurz.
Was zu kurz kam, war der Aufenthalt auf diesem wunderschönen Fleckchen
Erde. Das bestätigten auch unsere Golfer, die am Vormittag die sportliche
Ehre des Hefaclub, bei einem deutsch/schwedischen Duell, mit einem
Unentschieden beenden konnten. Die Krönung des Tages: Ein Shellfish-Dinner
im renommiertesten Fischlokal Göteborgs dem "Raikon". Wer bisher
vor Muscheln und Schalentieren Abstand genommen hatte, wurde hier
bekehrt. (Wenn Frieder das gewusst hätte, wäre er wahrscheinlich
bei seinem München-Termin nicht erschienen.) Dieser kulinarische
Genuss konnte nur noch durch ein ausgiebiges Biergelage in Götborgs
berühmtesten Pub: "The Bishops Arms", gewürdigt werden. Den erreichten
wir nach einem strammen Fußmarsch. Bei dem wir uns an endlosen Schlangen
vor den Geldautomaten vorbei kämpfen mussten. (Den Schweden geht
offensichtlich samstagabends immer das Geld aus oder sie nutzen
das Wochenende um die Zinsen für den Überziehungskredit zu sparen?)
Nachdem sich, um diese Uhrzeit, keiner mehr an den Bierpreisen störte,
wurden die 16 berühmten Bierzapfhähne heftig gefordert. Edi durfte
so gegen 1:15 nur über die Straße fallen, die anderen Kameraden
nutzten den Heimweg zur teilweisen Ernüchterung und "Entlüftung".
Sonntag 30.07.06, ein letztes ausgiebiges schwedische Frühstück,
ein Stadtbummel mit Besichtigung des Hafens und Besteigung des Lipsticks
(ein Gebäude, das von weitem so aussieht wie einer). Edi und Manne
sind bereits, seit 9:30 im sorgfältig verklebten Auto, auf dem Heimweg.
Das Häuflein der 16 Aufrechten trifft sich, nach einem kleinen Irrweg
im Busbahnhof. Jaak lässt es sich nicht nehmen uns zu verabschieden.
Wir genießen noch einmal das unglaubliche Ambiente des Göteborger
Ryanair-Flughafens, stören uns auch nicht mehr am perfekten Komfort
im Flieger und landen glücklich in Hahn. Unsere 2 Fahrer Thomas
und Marijan bringen uns flott und sicher nach Hause. Das Auto-Team:
Edi/Manne landet wenig später ermattet in Ludwigsburg und Sillenbuch.
Darüber sind sich alle Teilnehmer einig: Göteborg war sicher wieder
ein Highlight in der wechselvollen Geschichte der legendären Hefaclub-Ausfahrten!
Autor: Edi (mit ein wenig Beihilfe von Werner)
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